Schloss- und Landschaftspark Altenstein

-Thüringen, das grüne Herz Deutschlands ist einen Besuch wert-

Schloss Altenstein

Altenstein Barockschloss 1

Mit der Nutzung der Liebensteiner Heilquellen wurde der Altenstein ein beliebter Aufenthaltsort der Herzöge von Sachsen-Meiningen. Ab 1798 ließ Herzog Georg I. Altenstein zum herzoglichen Sommersitz umgestalten. Für diese Entscheidung waren wahrscheinlich das vorhandene Barockschloss, die schöne Landschaft auf einem hohen Bergplateau (Zechsteinriff) und vor allem die Nähe der Heilquelle ausschlaggebend. Er ließ die Umgebung des Schlosses in einen englischen Garten gestalten. In den nachfolgenden Jahren entstanden viele Parkarchitekturen auf Felsen, die fast alle begehbar sind. Um 1840 wirkten die damals bekannten Gartenbauarchitekten Fürst Pückler von Muskau, dessen Meisterschüler Karl Eduard Petzold und Peter Joseph Lenne` planerisch bei der Gestaltung mit. Im Innenpark gibt es verschiedene Besonderheiten. Auf einem Spaziergang sieht man Hängebuchen und Winterlinden, die durch Schnitt ihre heutige Form erhalten haben. Man kann goldspitzige Eiben, Lawson- und Erbsenfrüchtige Scheinzypressen, verschiedene Roßkastanien sowie Gehölze fremder Vegetationszonen wie die Hängeform der Nutka-Scheinzypresse, die blauen Formen der Stechfichte, die Kaukasische Flügelnuss,  Mammutbäume ca 10-15 m Höhe und eine Pergola aus westasiatischen Schlingknöterich (Polygonum aubertii) bewundern. (siehe Bildergalerie)

Auf Wunsch von Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen (auch Theaterherzog genannt) entstand das jetzige Schloss in den Jahren 1888 bis 1890 im englischen Stil der Spätrainessance. Nach längeren Planungen mit den Architekten August Friedrich Stüler und dem englischen Architekten Jeffry Wyatwille bekam der junge Hofbaumeister Albert Neumeister den Auftrag zum Umbau. Auf den Grundmauern des vorher bestehenden Barockschlosses, welches 1736 auf den Resten des ausgebrannten Ritterschlosses der Hunde von Wenkheim erbaut wurde (siehe Geschichte), entstand das neue Schloss. Die Innenräume wurden teilweise mit Kasettendecken getäfelt und im Speisesaal befanden sich Gemälde mit Sagenmotiven. In dieser Zeit entstandenden auch das Teppich- und Knotenbeet. Schloss Altenstein war bis 1918 die Sommerresidenz des Herzoghauses Sachsen-Meiningen. In den Kriegszeiten wurde das Schloss als Lazarett und Offizierserholungsheim genutzt und 1942 von den Erben an den Freistaat Thüringen verkauft. Ab 1949 wurde es in Pacht der Handwerkskammer Thüringen als Handwerkererholungsheim genutzt.


Typische Inneneinrichtung von Schlössern zu jener Zeit


Typische Inneneinrichtung von Schlössern zu jener Zeit

Altenstein Schlossbrand

Leider brannte das Schloss am 4. Februar 1982 bis auf die Außenmauern nieder, das Dach stürzte zusammen und der größte Teil der Möbel und der einzigartigen Holztäfelungen verbrannten. Gegenwärtig wird das Schloss in Regie der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten restauriert. Das Dach ist wieder farb- und fassadengetreu. Entsprechend den finanziellen Mitteln wird die Restaurierung noch einige Jahre dauern.

Internetseite der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

Im direkten Umfeld des Schlosses befinden sich drei Terassengärten mit Pergolen, Statuen, Brunnen, Hexenturm und Zisterne. Zwischen Schlossgebäude und Idolinobrunnen befindet sich die Nachbildung des in Zeitschriften der Jahrhundertwende vielfach gewürdigten "Altensteiner Teppichbeet". Auf der mittleren Terasse liegt das "Knotenbeet". Auch in der Gegenwart werden die Beete von der Gärtnerei der Parkverwaltung nach historischen Vorlagen und nach Jahreszeiten bepflanzt. Sie sind Jahr für Jahr Magnet für viele Besucher von Nah und Fern.  


1920 wurden die Gräber von Herzog Bernhard III und seiner Frau der Prinzessin Charlotte von Preußen, Schwester des letzten deutschen Kaisers, Wilhelm II. eingeweiht.

Im Laufe der langjährigen Geschichte verweilten verschiedene berühmte Gäste, wie zum Beispiel Johannes Brahms, Gerhard Hauptmann, Fritz Steinbach, Richard Mühlfeld, Ludwig Wüllner, der Zoologe Ernst Häckel und Hans von Bülow auf Schloss Altenstein. 1815 und 1846 verbracht der König von Preußen einige Zeit auf Altenstein. 1834 besuchte die englische Königin Adelheid, eine Tochter des Meininger Herzoghauses, mit großem Hofstaat ihre Mutter in Bad Liebenstein und Altenstein. Ihre Besuche als Königin und später Witwe zog viele gekrönte Häupter nach Bad Liebenstein.

Der Altenstein, (Gericht Altenstein) war in der Zeit von 1628 bis 1699 Schauplatz von 19 Hexenprozessen. Davon zeugt der sogenannte Hexenturm hinter dem Schloss.

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